Das Phänomen der Modulknappheit

Das Phänomen der Modulknappheit

Markenmodule flächendeckend ausverkauft! Solche Schlagzeilen konnte man in den Medien und Newslettern der Photovoltaikbranche in den vergangen Wochen häufiger lesen. Mit diesem Phänomen der Modulknappheit hatte nach Jahren des Rückgangs und der Stagnation im PV-Markt hierzulande wohl niemand mehr gerechnet. Tatsächlich erinnert das Szenario ein wenig an die PV-Boomjahre 2010-2012, wo in Deutschland um jedes noch so kleine Modulkontingent gerungen wurde und der Nachschub aus den Fabriken und von Übersee gar nicht schnell genug sein konnte. Pünktlich zum Jahresende wollte jeder sein Projekt noch fertig stellen, bevor die EEG-Vergütung wieder um ein paar Cent gesenkt wurde. Doch was ist an der derzeitigen Modulknappheit anders als damals?

Die veränderte Solarwelt

Nun, die Fertigungskapazitäten wurden seitdem etwa verfünffacht: Etwa 100 GWp Solarzellen werden 2017 weltweit produziert, davon mehr als die Hälfte allein in China und Taiwan. Damals kam und ging die weltweite Produktion fast ausschließlich aus und nach Europa, vor allem nach Deutschland und Italien. Heute spielt der deutsche PV-Markt mit einem jährlichen Zubau von 1,5 bis 2,0 GW für die großen (TIER-1) Modulhersteller fast keine Rolle mehr. Mit der Insolvenz von Solarworld hatte sich im Frühjahr auch der letzte große deutsche Modulhersteller verabschiedet. Die Musik der Solarwelt spielt woanders. China, Japan, Indien und die USA stellen knapp 3/4 der Nachfrage. Bei 85 GW PV-Neuinstallationen 2017 weltweit kommt Europa mit prognostizierten 8 GW auf nicht einmal 10% Anteil. Das zeigt deutlich, wie sich die Warenströme verschoben haben. Das bisschen Nachfrage aus Deutschland wird kaum bedient, weil auch die Zahlungsbereitschaft anderswo größer ist. Daher gehen die Module auch woanders hin.

Vom Überangebot zum Engpass

Das sah vor einem Jahr noch anders aus. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres beklagten einige chinesische Massenhersteller hohe Überkapazitäten. Da sie im Heimatmarkt nicht mehr den erwarteten Absatz fanden, fluteten sie daraufhin mit ihren Solarmodulen den Weltmarkt. Ein Preisrutsch von bis zu 40% war die Folge. Die gefallenen Systemkosten heizen die Nachfrage auch in Deutschland wieder an: Erstmals seit 2012 steigt die Nachfrage nach PV-Anlagen wieder – zwar moderat von zuletzt 1,5 auf wahrscheinlich 2,0 GW aber immerhin.

Photovoltaik Neuinstallationen 2010 – 2017
Infografik „Photovoltaik Neuinstallationen 2010 – 2017“: Strom-Report

Doch am Weltmarkt fragen eben nicht nur deutsche Importeure an, sondern Akteure aus der ganzen Welt. Seit Anfang des Jahres sind es insbesondere Projektierer und Großhändler aus den USA, welche sich mit den Solarmodulen aus Fernost eindecken. Marktbeobachter gehen davon aus, dass allein zwischen Mai und August 2017 etwa 5 GW Modulleistung in die USA verschifft wurden. Eine kalkulierte Vorratsmenge für etwa 6 Monate. Diese Art Hamsterkäufe aus den USA erfolgte nicht etwa aufgrund der sonnigen Wetteraussichten, sondern vor allem infolge eines zu erwartenden Preisanstiegs: Die amerikanische Handelskommission musste sich mit einer Petition zweier amerikanischer Hersteller zur Einführung von Mindestimportpreisen auseinandersetzen. Im September hatte die Behörde die vermeintliche Schädigung der heimischen Solarindustrie zunächst untersucht und bestätigt. Mitte November folgt nun die offizielle Empfehlung für die US-Regierung zu möglichen Handelssanktionen. Dementsprechend kaufen die Amerikaner (noch zollfrei) auf Vorrat die am Markt verfügbaren Bestände auf. Deutsche Großhändler und Importeure haben das Nachsehen, gehen meist leer aus oder müssen mit langen Lieferzeiten rechnen. Mit einer Entspannung der Lage und einem Ende der Modulknappheit bei Markenherstellern ist wohl erst im Frühjar 2018 zu rechnen.

solar-pac setzt auf Solarmodule von Trina Solar

Speziell kleinere Händler und Installateure müssen sich aufgrund der vergleichsweise geringen Abnahmemengen in der Lieferkette oft unterordnen. Auch wir als Online-Händler und Anbieter von Photovoltaik Komplettanlagen sind angewiesen auf die Kontingente der Großhändler und pflegen gute Beziehungen zu unseren Lieferanten und Herstellern. Seit einem Jahr setzen wir bei unseren PV-Anlagen vor allem auf Solarmodule vom Marktführer Trina Solar. Das Qualitätsangebot hat sich bewährt: Trina Solar wird inzwischen auch von den deutschen Kunden als starke Qualitätsmarke wahrgenommen. Über verschiedene Bezugsquellen konnten wir die Verfügbarkeit mit Trina Solarmodulen über den Sommer hinweg auch sicherstellen. Nur zum Herbstanfang mussten wir kurzzeitig auf Solarmodule von Canadian Solar umschwenken. Demnächst werden aber alle Produkte wieder mit Panels von Trina Solar bestückt.

 

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