Frühjahrscheck Photovoltaik: Muss man die Solaranlage reinigen?

Frühjahrscheck Photovoltaik: Muss man die Solaranlage reinigen?

Der Frühling steht vor der Tür und schickt die ersten Sonnenstrahlen. Photovoltaikfreunde und Solaranlagenbetreiber denken da unweigerlich an die Solaranlage auf dem Dach und freuen sich über den wieder steigenden PV-Ertrag. Denn im sonnigen Halbjahr zwischen März und Oktober werden etwa 80% der Jahresernte eingefahren. Da lohnt sich ein Frühjahrscheck zu Beginn der Erntesaison.

Kontrolle ja, Wagemut nein.

Eines Vorweg: nicht jede Solar Kleinanlage muss zwingend jährlich geprüft oder gar gereinigt werden. Eine regelmäßige Kontrolle und Überwachung der Erträge und ein gelegentlicher Blick auf den Zustand der Anlage ist für viele Betreiber ohnehin selbstverständlich. Sind keine augenfälligen Schäden oder Verschmutzungen erkennbar und entspricht die tatsächliche Leistung den zu erwartenden Erträgen, dann ist doch alles in Ordnung und es besteht kein Handlungsbedarf. Photovoltaikanlagen arbeiten in der Regel störungsfrei! Zumindest sollten sie das. Mindestens 20 Jahre lang. Da sollten Aufwand, Ertrag und insbesondere das Risiko schon im Verhältnis stehen: wagemutig aus dem Dachfenster zu klettern, um ein festgeklebtes Laubblatt am Solarmodul abzuwischen, das ist nicht zu empfehlen. Dann lieber einen Fachmann beauftragen.

Bei leicht zugänglichen Anlagen hingegen, z.B. auf dem Garagendach oder am Balkon, ist eine genauere Betrachtung jedoch ratsam und kann mitunter böse Überraschungen vorbeugen: Sitzen alle Schrauben noch fest? Sind die Anschlussdosen der Solarmodule unbeschädigt? Sind noch alle Stecker fest miteinander verbunden? Liegen die Kabel sauber geführt und scheuern nicht beim kleinsten Windstoß? – Auf solche Details sollte man achten. Denn Wind und Wetter und die Tierwelt (Tauben, Marder!) können der Anlage ganz schön zusetzen.

Auch die Oberfläche der Solarmodule gilt es etwas näher zu betrachten: Denn obwohl der geschmolzene Schnee oder starker Regenfall den gröbsten Dreck (Herbstlaub, Baumnadeln) von den Modulen gewaschen hat, kann immer noch hartnäckiger Schmutz, wie z.B. Vogelkot oder sogar Moosbefall den Ertrag mindern. Vor allem bei flachen Neigungen von unter 15° ist der Wascheffekt des Regens nicht mehr so stark und der Schmutz sammelt sich dann häufig an der unteren Rahmenkante.

Wie sollte man eine Solaranlage reinigen?

So gern man dem Schmutz einfach und schnell mit Chemie und Technik zu Leibe rücken möchte, so schnell kann man alles kaputt machen. Vorsicht ist deshalb geboten. Die meisten Modulhersteller beschreiben in den Betriebsanleitungen Hinweise und Vorgaben wie und womit die Module gereinigt werden sollten. Ein aufmerksamer Blick in die Dokumentation der Hersteller ist in jedem Falle ratsam. Denn verstößt man gegen die Vorgaben, riskiert man unter Umständen den Verlust von Gewährleistung bzw. Garantie. Bedenken Sie, dass die Oberfläche der Solarmodule aus Spezialglas besteht, d.h. ätzende Reinigungsmittel und Chemikalien sind genauso tabu wie der Einsatz von Hochdruckreinigern oder Kratzbürsten.

Leichte Verschmutzungen können bereits mit einfachen Haushaltsmitteln entfernt werden: destilliertes Wasser, ein sanftes biologisches Reinigungsmittel und eine weiche Reinigungsbürste. Damit wischen Sie am Besten spät abends (bzw. früh morgens) über die Modulfläche, denn dann sind die Solarmodule abgekühlt. Kaltes Wasser auf heiße, stromende Solarmodule ist gar nicht gut. Ähnlich wie beim Fensterputzen sollten Sie zudem darauf achten, dass das Putzwasser keine störenden Flecken und Rückstände hinterlässt. Sonst wäre der ganze Aufwand umsonst.

Da die Sicherheit wie immer vorgeht, nochmals: bei schwer zugänglichen Solaranlagen verzichten Sie besser auf eine Do-it-yourself-Lösung. Wenn eine Reinigung der Solaranlage wirklich notwendig ist, dann gibt es hierfür Fachbetriebe.

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