Eignet sich mein Dach für Photovoltaik?

Eignet sich mein Dach für Photovoltaik?

Diese Frage stellen sich viele Hausbesitzer gerade im Frühjahr, wenn sich die Sonne nach einem langen Winter wieder häufiger am Himmel zeigt. Erste Station bei der Informationssuche ist dabei immer häufiger das Internet. Viele Portale und Ratgeberseiten liefern umfassend Tipps und bieten diverse praktische Tools, vom Photovoltaikrechner bis zum Anlagenkonfigurator. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen einige Anlaufstellen nennen, um die Eignung Ihres Hausdachs für Photovoltaik festzustellen und den möglichen Solarertrag zu bestimmen.

Solarstrom- und Photovoltaikrechner zur Investitionsbeurteilung

Gibt man den Begriff Photovoltaikanlage in Suchmaschinen ein, erscheinen mit hoher Wahrscheinlichkeit Angebote von Solar- bzw. Photovoltaikrechnern ganz oben in den Resultaten. Diese Angebote versprechen einen schnellen Eignungscheck und errechnen nach der Angabe diverser Daten und Informationen zum Hausdach den möglichen Solarertrag. Der Knackpunkt bei der Mehrheit dieser Angebote: ohne die Eingabe von persönlichen Adress- oder Kontaktinformationen erhalten Sie oftmals kein Ergebnis. Der Zweck vieler dieser Portale besteht vielmehr darin, Interessenten an PV-Installateure zu vermitteln.

Wer die Angabe persönlicher Informationen auf solchen Portalen mit Photovoltaikrechner scheut, kann dennoch im Internet nützliche Informationen und Tools zur Dachevaluation finden. So bieten einige Organisationen regionale Ertragsdatenbanken an, z.B. pv-ertraege.de vom Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV), oder pv-log.com von Top50Solar. Hier können Sie historische Solarertragswerte (kWh pro kWpeak) auch auf monatlicher Basis für Ihre Region ablesen. Es gibt auch grafische Karten, auf denen Sie die Globalstrahlungswerte für viele Regionen Deutschlands nachschlagen können. Die Energieagentur NRW bietet zudem einen sehr umfangreichen Photovoltaikrechner, der auch Angaben über Speicher, Förderung und Finanzierung berücksichtigt – ohne dabei personenbezogenen Daten abzufragen. Auch der Software-Spezialist Valentin bietet eine anschauliche Online-Simulation zur Berechnung von Photovoltaiksystemen. Für einen ersten groben Eindruck über die PV-Leistung und Vorteilhaftigkeit der Investition genügen die Photovoltaikrechner allemal.

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Potentialanalyse mittels Solarkataster

Eine weitere Orientierungshilfe zum Potenzial Ihres Hausdachs bieten auch sogenannte Solarkataster: Detaillierte Straßenkarten zeigen im Solaratlas für jedes Gebäude auf, wie geeignet die Dachfläche für eine solare Strom- und Wärmeerzeugung ist. Die Ausrichtung und Neigung der Dächer, Verschattungseffekte sowie die jährlich zu erwartende Sonneneinstrahlung definieren die Eignung der Dächer, die dann entsprechend farblichen markiert werden. In Deutschland stellen viele Städte und Gemeinden ein Solarkataster online zur Verfügung. Eine Liste der Kommunen mit Solarkatastern bietet etwa das Portal enbausa.de, oder eingetragen auf einer Karte die Fachzeitschrift Sonne, Wind & Wärme. Doch so schön bunt die Karten der Solarkataster auch aussehen, die enthaltenen Daten sind automatisch errechnete Näherungs- und Schätzwerte, also mit Vorsicht zu genießen. Die effektiven Erträge können davon erheblich abweichen.

In der Schweiz hat in diesem Monat das Bundesamt für Energie (BFE) das Portal sonnendach.ch gestartet. Für mehrere Kantone der Zentral- und Nordostschweiz sind bereits die Dächer nach Eignung markiert und mit theoretisch möglichen Erträgen versehen. Laut Angaben des Portals sind aktuell 50% des Gebäudebestands erfasst. Weitere Regionen werden im Verlauf des Jahres hinzugefügt. Bis Anfang 2018 sollen alle Hausdächer der Schweiz verfügbar sein. Ein schöner Service, den wir uns in der Form auch für Deutschland wünschen.

Auch Google bietet seit vergangenem Jahr mit dem Projekt Sunroof einen ähnlichen Service, allerdings derzeit nur in vereinzelten Testregionen der USA. Mit Geodaten von Google Maps und Klimadaten werden für die Ertragsberechnung auch mögliche Verschattungen von umgebenden Bäumen und Gebäuden berücksichtigt. Ob und wann der Service in Deutschland verfügbar sein wird, ist noch unklar.

Es gibt weitere Softwareanbieter mit spezialisierten Programmen für Photovoltaik-Interessierte. Allerdings sind diese mehrheitlich kostenpflichtig und eher für den Einsatz im nächsten Schritt, der detaillierten Planung und Konzeption der Photvoltaikanlage gedacht. Dieser Thematik widmen wir uns dann in einem der nachfolgenden Beiträge hier im Blog.

1 Kommentar

  1. Da kann man uns Schweizer wenigstens mal für eine Sache loben, und wenn es nur um so was profanes wie Solaranlagen geht. Sonst gab es ja in letzter Zeit nicht viel auf das wir stolz sein können. Nicht mal auf die Nati war Verlass

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